Mit Mathematik nach Kairo
Wolltet ihr schon immer mal ein
anderes Land und eine andere Kultur kennen lernen? Und das ohne euch vorher
viele Sorgen machen zu müssen, wie ihr euren Aufenthalt plant? Und ohne
Verständnisprobleme aber trotzdem mit direktem Kontakt zu den Einheimischen?
Und dann noch in einem so interessanten Land wie Ägypten mit wunderschönem
Wetter, Kamelen, Palmen, Pyramiden, total gastfreundlichen Menschen ...?
Dann kann ich euch nur raten,
nehmt an dem Landeswettbewerb Mathematik teil. Denn wenn ihr die ersten Runden
erfolgreich überstanden habt, könnt ihr euch an der jedes zweite Jahr
stattfindenden Kairofahrt anmelden.
Zur Erklärung für diejenigen, die noch nie etwas vom
Landeswettbewerb Mathematik gehört haben: Die erste Runde dieses Wettbewerbs
findet jedes Jahr für die 8. Klassen (auch jüngere Schüler können daran
teilnehmen) in der Schule statt. Ihr werdet von euren Mathelehrern rechtzeitig
über den Termin informiert. War man in der ersten Runde erfolgreich, bekommt
man das Aufgabenblatt für die zweite Runde. Diese Runde besteht aus vier
Aufgaben, die zu Hause gelöst werden, hierfür hat man ein paar Wochen Zeit. Hat
man auch diese Runde überstanden, wird man zu einem Gespräch mit zwei
Mathematiklehrern eingeladen. In diesem Gespräch werden den Teilnehmern
Aufgaben gestellt, zu denen sie dann spontan irgendeinen Lösungsvorschlag
machen müssen. Diese Aufgaben sind allerdings im Vergleich zu denen der
vorherigen Runden relativ einfach, da man auch nicht so viel Zeit zum
Nachdenken hat. Im Anschluss daran bekommt man Bescheid, ob man an der dritten
Runde teilnehmen darf. Diese letzte Runde ist kein Wettbewerb mehr, sondern
eine Art Preis in Form einer dreitägigen Veranstaltung an einer Universität.
Jedes zweite Jahr berechtigt die Teilnahme an der dritten Runde dazu, für eine
Woche nach Kairo zu fahren.
Diese Kairofahrt war für alle
Teilnehmer und auch für mich ein unglaublich schönes Erlebnis. Schon am
Flughafen lernten wir die ägyptische Gastfreundschaft kennen und wurden sehr
herzlich von unseren ägyptischen Gastfamilien begrüßt. In diesen Gastfamilien
ist immer mindestens ein Mädchen Schülerin an der Deutschen Schule in Kairo.
Daher kann auf jeden Fall ein Familienmitglied sehr gut Deutsch und deswegen
gibt es auch keine Verständnisprobleme (mit den Eltern kann man sich meistens
auf Englisch verständigen).
Für diese Woche war neben drei
Vormittagen an der Uni in Kairo mit mathematischen Vorlesungen ein sehr
interessantes Programm geplant: Am ersten Tag besuchten wir den Al-Ahzar-Park,
einen wunderschönen Park mit vielen Palmen und einem See, der als Ausgleich zu
der eher schmutzigen Kairoer Innenstadt angelegt wurde. Weitere Programmpunkte
für die Woche waren die Sakkara-Pyramide (die älteste Pyramide in Ägypten), die
Pyramiden von Gisa, die Sphinx, das ägyptische Museum, eine Führung durch die
Altstadt von Kairo und die Besichtigung einiger Moscheen. Zusätzlich zu diesem
offiziellen Programm unternahmen wir noch vieles mit unseren ägyptischen
Freunden, z.B. eine Fahrt mit einer Feluca (eine Art Segelboot) über den Nil,
ein Besuch auf dem Basar, Kino, Bowlen... . Dadurch konnten wir Ägypten auch
von einer anderen Seite kennen lernen als normale Touristen, die meistens
keinen direkten Kontakt zu Ägyptern haben.
Insgesamt war die Kairofahrt für
mich eine tolle Erfahrung, die jedem nur zu empfehlen ist. Also macht beim
Landeswettbewerb Mathematik mit, damit ihr auch nach Kairo fahren könnt.
Karen Elberskirch

|